Jahresbericht 2025

Veröffentlicht am 1. März 2026 um 18:07

Tätigkeits- und Transparenzbericht 2025: Streunerkampagne Vibersviller

  1. Strategischer Rahmen und Mandatierung

Das Berichtsjahr 2025 markiert einen entscheidenden Meilenstein in der Evolution des Vereins ASF. Mit der offiziellen Beauftragung durch die Gemeinde Vibersviller am 31.07.2025 wurde die operative Arbeit auf ein neues strategisches Fundament gestellt. Was als fokussierte Mission unter dem Leitsatz „Einfangen, kastrieren, freilassen“ (TNR-Prinzip) begann, erforderte aufgrund der komplexen Lage vor Ort eine sofortige professionelle Adaption.

Eine besondere Herausforderung stellte die unvorhergesehene Kitten-Problematik dar. Aus Gründen der tiermedizinischen Sorgfaltspflicht und des proaktiven Risikomanagements folgte der Verein der fachtierärztlichen Empfehlung, Kastrationen erst nach dem fünften Lebensmonat durchzuführen. Diese bewusste Entscheidung zur Qualitätssicherung transformierte das ursprüngliche Mandat: Die notwendige Isolation zur Infektionsprophylaxe, engmaschige Impfprogramme und die anschließende Vermittlung wurden zu integralen Bestandteilen der operativen Due Diligence. Diese Erweiterung des Aufgabengebiets war alternativlos, um die langfristige Integrität der Kampagne und das Tierwohl zu garantieren.

Diese strategische Neuausrichtung bildete die Basis für die im Folgenden dargestellte operative Erfolgsbilanz.

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  1. Operative Bilanz: Meilensteine der Streunerhilfe

In der Non-Profit-Governance dienen quantitative Kennzahlen als objektiver Beleg für die Effektivität des Mitteleinsatzes. Die nachfolgende Leistungsbilanz dokumentiert die Professionalität, mit der das Mandat in Vibersviller umgesetzt wurde:

Kennzahl

Wert 2025

Kastrationen (Gesamt)

57

Aufgenommene Tiere (Stationär)

20

Freilassungen (nach Versorgung)

46

Erfolgreiche Vermittlungen

12

Eingerichtete Futterstellen

8

Evaluation und Synthese („So What?“): Besonders hervorzuheben ist die Vermittlungsquote. Mit insgesamt 12 erfolgreich vermittelten Tieren konnte der Verein nicht nur eine komplette „Fußballmannschaft“ (11 Stammspieler plus ein Ersatzspieler) in ein gesichertes Umfeld überführen, sondern bereits den Grundstein für die nächste Erfolgssträhne legen. Die 57 durchgeführten Kastrationen stellen zudem eine massive Entlastung für das lokale Ökosystem dar, da sie die unkontrollierte Populationsdynamik nachhaltig unterbrechen. Dieser Erfolg basiert maßgeblich auf effizienter Netzwerkpflege: Der Aufbau der acht Futterstellen sowie die Sicherstellung von Sachspenden erfolgte in enger Kooperation mit Ulrike Lütz und Flavia Szargani, was die Bedeutung überregionaler Synergien unterstreicht.

Diese operativen Erfolge korrespondieren direkt mit der ökonomischen Leistungsfähigkeit des Vereins, die im Folgenden analysiert wird.

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  1. Finanzielle Struktur und Einnahmeanalyse

Eine diversifizierte Finanzierungsstruktur ist die Voraussetzung für die institutionelle Resilienz des ASF. Die Einnahmen des Jahres 2025 setzen sich aus einer stabilen Mischung interner und externer Quellen zusammen.

Kategorisierung der Mittelzuflüsse:

  • PayPal-Transaktionen:
    • Spenden der ASF-Mitglieder: 2.499,05 €
    • Externe Spenden: 1.828,94 €
  • Bankkonto (Direktüberweisungen):
    • Spenden der ASF-Mitglieder: 2.391,00 €
    • Externe Spenden: 630,00 €

Analyse der Sachwerte und Bestandsmanagement: Ein wesentlicher Teil der Vereinsressourcen liegt in Sachspenden mit einem geschätzten Marktwert von ca. 2.500,00 € vor. Zum Stichtag 31.12.2025 wurden davon ca. 250,00 € durch Abverkäufe realisiert. Bilanztechnisch ist der verbleibende Warenbestand als „stille Reserve“ bzw. Bestandswert zu bewerten. Diese Kapitalbindung ist eine bewusste Entscheidung zur Absicherung zukünftiger Liquidität durch kommende Flohmärkte. Die Validierung dieser Finanzdaten ist durch tagesaktuelle Belege und Kontoübersichten auf der Vereinswebseite (Stand 31.12.2025) für jeden Spender lückenlos gewährleistet.

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  1. Die Säule der Eigenfinanzierung und private Aufwendungen

Ein Kernkriterium für die Glaubwürdigkeit des ASF ist das außerordentliche private Engagement der Vereinsführung. Durch die Übernahme erheblicher Kostenanteile wird das finanzielle Risiko für externe Spender minimiert und sichergestellt, dass Drittmittel nahezu vollständig in die direkte Projektarbeit fließen.

Die privaten Investitionen gliedern sich wie folgt:

  • Direkte Projektmittel: 3.552,17 €
  • Zusätzliche operative Aufwendungen (Out-of-Pocket): 1.872,71 €
    • Davon Barzahlungen: 979,90 €
    • Davon private Kreditkarte: 749,41 €
    • Davon private PayPal-Anteile: 133,40 €

In der Summe ergibt dies eine private Eigenleistung von 5.424,88 €. Hinzu kommen die „versteckten“ Fixkosten des laufenden Betriebs, wie monatliche Heiz- und Stromkosten (ca. 280,00 €) sowie Spritkosten für operative Fahrten (ca. 160,00 €). Diese private Lastentragung fungiert als wirtschaftliches Sicherheitsnetz und beweist, dass die Grundversorgung des Vereins intern abgesichert ist.

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  1. Analyse der Tierarztkosten und medizinische Investitionen

Der medizinische Qualitätsansatz des ASF priorisiert nachhaltige Heilungserfolge über eine rein kostenorientierte Abwicklung. Dies spiegelt sich im zentralen Ausgabenblock der Tierarztkosten wider.

Für das Berichtsjahr 2025 sind Tierarztkosten in Höhe von 9.200,00 € zu verzeichnen. Dieser Betrag ist zum Stichtag 31.12.2025 als provisorischer Wert (Rückstellung) zu betrachten, da die finale Abrechnung für komplexe Behandlungen – wie im Fall der Katze „Shadow“ – zum Jahresende noch ausstand.

Diese Aufwendungen sind als notwendige Investitionen in die Nachhaltigkeit der Kampagne zu werten. Jede medizinische Maßnahme – von der Kastration bis zur Notfallversorgung – dient der Prävention von Seuchenzügen und der dauerhaften Reduzierung von Tierleid. Die ökonomische Belastung dokumentiert hierbei lediglich den hohen tiermedizinischen Standard, den der ASF als unverhandelbare Basis seiner Arbeit definiert hat.

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  1. Fazit und Ausblick: Wirtschaftliche Resilienz

Die wirtschaftliche Verfassung des ASF zum Jahresabschluss 2025 ist als äußerst solide zu bewerten. Trotz der massiven operativen und finanziellen Herausforderungen der Vibersviller-Kampagne weist der Verein zum 31.12.2025 einen liquiden Kontostand von 923,85 € (H) aus.

Dieses Ergebnis ist der Beleg für eine verantwortungsvolle Haushaltsführung und eine effiziente Mittelallokation. Die Kombination aus signifikanter Eigenfinanzierung, einer treuen Spenderbasis und strategischer Netzwerkpflege hat es ermöglicht, das Mandat der Gemeinde Vibersviller nicht nur zu erfüllen, sondern qualitativ neue Maßstäbe im regionalen Tierschutz zu setzen. Wir danken allen Partnern für ihre Unterstützung und verpflichten uns weiterhin zu absoluter Transparenz und wirtschaftlicher Sorgfalt im Sinne der uns anvertrauten Tiere.

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